APA-OnlineTag: AOM als Social Network professioneller User
Kropsch: 8.000 bis 9.000 Profinutzer miteinander vernetzen - Alpha-Blogger Basic ruft zu mehr Engagement im Onlinebereich auf
 |
|
Bei der Podiumsdiskussion am APA-OnlineTag diskutierten Expertinnen und Experten über Chancen von Social Media. V.l.: Marcus Hebein (von hinten, APA/Moderator), Robert Basic (Blogger), Dieter Rappold (VI Knallgrau), Christine Winter (Mindshare), Christian Nemeth (Orange Austria), Peter Kropsch (APA), Alexis Johann (WirtschaftsBlatt Digital AG)
|
 |
Die APA - Austria Presse Agentur wird sich künftig
dem Netzwerkgedanken stärker öffnen. In seiner Begrüßungsrede am
APA-OnlineTag sprach sich APA-Geschäftsführer Peter Kropsch am
Dienstag für vernetzteres Denken im Angebot der APA aus. "Wir müssen
manche Dinge, die wir immer getan haben, einfach neu sehen." So sei
es etwa geplant, den APA-OnlineManager, bisher eine
Rechercheplattform, als zentrales Produkt der Agentur zu einem Social
Network professioneller Nutzer auszubauen.
Kropsch gab etwa zu bedenken, dass als Endkunden etwa 8.000 bis
9.000 professionelle User am Netz der APA hängen würden, die man
miteinander verbinden könnte, indem man eine Plattform für Content
und auch Rechteabwicklung schaffen würde: "Wenn ein Video in
Vorarlberg so gut ist, dass man es in Österreich, aber auch
international, vermarkten kann, wäre das doch ein Nutzen des AOM."
Grundsätzlich werde die Zukunft viele neue Services mit sich
bringen, von denen man nicht wisse, "ob sie das bringen, was man sich
erwartet". Stichwort iPad: Hier sei es ein Ansatz der APA,
Whitelabel-Lösungen auf den Markt zu bringen, bei denen die
Medienunternehmen nur noch 20 Prozent der Arbeit bleibt. Ein
Beispiel ist etwa die iPad-Applikation der APA, die mit Inhalten der
jeweiligen Medienunternehmen individuell beschickt und gebrandet
wird. Diese Whitelabel-Lösung wird in der ersten Ausbaustufe beim
Marktstart des iPad in Österreich verfügbar sein.
ORF-Finanzdirektor Richard Grasl betonte in seinen
Willkommensworten, dass man an der APA sehe, "wie rasch sich das
Mediengeschäft gewandelt hat und wie schnell man sich anpassen muss".
Das geänderte Mediennutzungsverhalten sei auch eine Frage, die den
ORF in den kommenden Jahren beschäftigen werde: "Wie sieht man in
fünf bis zehn Jahren fern? Spricht man noch von Fernseher oder von
einer Multimediastation?" Auch die Frage von zeitversetztem Fernsehen
und die Auswirkung auf die Werbebranche sei zu diskutieren.
Gastredner Robert Basic, der sich in Deutschland einen Namen als
Alpha-Blogger gemacht hat, sprach sich für mehr Engagement der
Medienhäuser im Onlinebereich aus. 37 Prozent der User im Internet
würden Nachrichten weiterleiten oder "taggen", sprich, kennzeichnen.
35 Prozent seien außerdem laut eine Studie von Nielsen bereit, für
News im Internet zu bezahlen. "Das heißt, die Medienunternehmen haben
einfach geschlafen, Punkt."
Als Chance im Netz sieht er die "Aggregation von Informationen"
durch freiwillige Mitmacher, die fast kostenlos ihr Material zur
Verfügung stellen. Ein Beispiel seien etwa die Leserreporter der
"Bild"-Zeitung, die ihre Fotos ins Netzwerk einspielen und bei
Verwendung dafür Geld bekommen.
Die vielbeschworene Manipulationsgefahr durch Informationen, die
von nicht professionellen Journalisten und deren Verpflichtung zu
einer seriösen Berichterstattung online - etwa auf Blogs - verbreitet
werden, sieht er nicht: Im Netz habe sich ein "Trust"-System
herausgebildet, nach dem Motto: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
mehr. Blogger, die kontinuierlich Falschinformationen verbreiten
würden, würden schlicht nicht weiterverlinkt und auch nicht gelesen.
Aus der Sicht von Unternehmen sei es unerlässlich, das Social Web
ebenfalls als Kommunikationskanal mit Kunden und der Öffentlichkeit
zu nutzen, so Dieter Rappold, Geschäftsführer der Agentur VI
Knallgrau, während der anschließenden Podiumsdiskussion. Denn eines
sei fix: "Social Media findet auch ohne Sie statt." Allerdings
könnten Firmen mit dem offenen Rückkanal oft nicht umgehen, durch den
direktes, öffentliches Feedback der User möglich wird, konstatiert
Christine Winter, Leiterin des Online-Bereichs der Mediaagentur
Mindshare. "Davor dürfen sich Unternehmen aber nicht fürchten,
sondern müssen passende Antworten parat haben. Angefangen damit, wer
überhaupt auf negatives Feedback antwortet."
Wie Medien ihre Inhalte am passendsten auf den zahlreichen neuen
Plattformen bereitstellen können, war ebenfalls Gegenstand der
Diskussion. Orange-Marketingleiter Christian Nemeth sieht jedenfalls
die Medien in der Pflicht, schnell zu handeln: "Die Early Adopter
werden neue Geräte, etwas das iPad, nur weiterempfehlen, wenn sie
darauf auch sehr bald neue Inhalte nutzen können." Ein Modell, wie
die Medienschaffenden diesen neuen, multimedialen Content auch
refinanzieren können, sind Abonnements, wie Alexis Johann,
Geschäftsführer der WirtschaftsBlatt Digital AG, erläutert: "Die
Abonnenten sollen unser Medium lesen können, egal wo sie sind."
APA - Austria Presse Agentur eG
Barbara Rauchwarter
Unternehmenssprecherin
Tel: +43/1/360 60-5700
Fax: +43/1/360 60-92 5700
barbara.rauchwarter@apa.at